Dienstag, 19. Februar 2008

Meine Kunst - Arbeiten....

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International Art Biennale Malta 2005 - Ich erhielt den "Special Distinction Award" :-)
Die erste ART BIENNALE MALTA fand 1995 im historischen Gebäude von Malta, dem ehemaligen Krankenhaus der Ritter des Malteser Ordens statt. Das Gebäude wurde 1574 erbaut und besitzt einen der größten Säle Europas (150 m lang). Es beteiligten sich in den ersten Jahren über 600 Künstler aus 50 Ländern. 1999 veranstaltete die Malta Biennale erstmalig auch Ausstellungen in anderen Ländern - Ägypten - Frankreich - England - USA. Inzwischen hat die Malta Biennale eine Größenordnung angenommen, die alle Dimensionen sprengt. Sie präsentierte sich 2003 mit 105 Ländern und über 1000 Künstlern aus der ganzen Welt. Die Veranstaltungen umfassen Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen etc. 2005 hatte ich das Glück, mit zwei meiner Werke dort vertreten sein zu können („Das Konzert“ und „Loneliness“), und erhielt den „Special Distinction Award“ – ich hab mich sehr darüber gefreut, und es hat mir sehr Leid getan, nicht persönlich anwesend sein zu können! Einladungen zu wichtigen Kunstausstellungen bzw. Biennalen erhalte ich fast täglich, und ich bedanke mich sehr herzlich für das mir gegenübergebrachte Interesse, leider kann ich aus Familiengründen seit einigen Jahren fast nirgends teilnehmen – Doch ich hoffe, dass ich mich bald wieder der Kunst und meiner Kunstlaufbahn zuwenden kann! Ich möchte unbedingt zusammen mit meinem Sohn, der jetzt 7 Jahre alt ist, irgendwann eine Ausstellung zusammen machen (er ist sehr talentiert, hat eine unglaubliche Kreativität)









Vorsicht vor Zecken

VORSICHT VOR ZECKEN!
Ich war gestern mit meinem Sohn in einem öffentlichen Park mitten in der Stadt, und er bemerkte plötzlich einen kleinen Mauersegler, der sich in Richtung Straße mit großer Mühe, und auf dem Boden streifend, weiterbewegte. Ich hob ihn auf, doch ich erschrak als ich bemerkte, dass er mindestens drei grünbraune Zecken im Gefieder hatte. Ich legte ihn sofort auf den Rasen und versuchte, diese Biester mit einem kleinen Stecken, zu entfernen, doch es war nichts zu machen, sie ließen nicht von ihm ab. Er war zu klein um fliegen zu können (seine Schwanzfedern waren nur ca. 1,5 cm lang). In all diesen Jahren habe ich immer wieder kleine Spatzen oder Amseln usw. aufgezogen oder hab ihnen geholfen, doch Zecken hatte ich bis jetzt noch nie an einem Tier gesehen, auch nicht an Tauben. Wir hatten einen sehr milden Winter, es hat nur ein einziges Mal geschneit und für kurze Zeit, und danach der schönste Sonnenschein und dann die Hitzewelle...Klimawandel...Und jetzt, Anfang Juli, frische Luft wie im Herbst...Das Wetter spielt verrückt! Die Gefahren sind groß bei einem Zeckenbiss (sie sind bis in den Oktober hinein aktiv), deshalb finde ich ist es wichtig, dass man sich informiert, vor allem wenn man Kinder und auch Haustiere hat.

Weltweit gibt es etwa 650 Zeckenarten.
Der Gemeine Holzbock ist in Europa die häufigste Zeckenart.
Schildzecken bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit und relative Wärme (Gestrüpp, hohe Gräser und Farne, Unterholz – 1.5 m Höhe) – Lederzecken bevorzugen trockenere dunkle Unterschlüpfe (Waldränder, Waldlichtungen mit hohen Gräsern, Feuchtwiesen, Bachränder mit Bewuchs, Laub- und Mischwald, Gärten, Parks).
Ihre Lebensspanne beträgt zwischen 2 – 5 Jahren.
Erwachsene Zecken haben acht Beine, die Larven sechs.
Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Zecken sind Blutsauger.
Die weibliche Zecke legt im Frühjahr etwa bis zu 4000 Eier ab.
Zecken sind sehr wählerisch bis sie eine passende Einstichstelle finden, beim Menschen bevorzugen sie die Kniekehlen, den Haaransatz, Bauchnabel, Achselhöhlen, Nacken, Armbeuge, die Leistenbeuge und die feine Haut hinter den Ohren. Wichtigste Überträger in Mitteleuropa sind die Arten der Gattung Ixodes mit der häufigsten einheimischen Art, dem Gemeinen Holzbock, daneben auch die Gattungen Rhipicephalus, Dermacentor, Haemaphysalis, Amblyomma und aus der Familie der Lederzecken die Gattungen Argas und Ornithodorus. Unter Fachleuten wird diskutiert, bestimmte natürliche Feinde der Zecken, wie z. B. die Wespen, im Freiland auszubringen und damit die Zeckenpopulation zu reduzieren.
In Europa werden bei hoher Dunkelziffer – jährlich etwa 10 000 – 12 000 Fälle der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME registriert. Das Verbreitungsgebiet reicht im klimatisch gemäßigten Bereich Eurasiens von Mittel- Westeuropa bis ins fernöstliche Sibirien. Das Auftreten der FSME ist eng gekoppelt an den natürlichen Vektor „Zecke“. Dessen Vorkommen erstreckt sich in unseren Breiten auf den gesamten europäischen Raum, er ist auch noch in einer Höhe von bis zu 1200 – 1400 Metern anzutreffen. Im Altai-Gebirge im Grenzbereich der Staaten Russland, Mongolei, China und Kasachstan werden jedoch auch noch in ca. 2500 m Höhe infektiöse Zecken gefunden, da hier die klimatischen Bedingungen günstig sind. Zecken brauchen Wärme und Feuchtigkeit zum Überleben. In Schweden ist 2004 mit 160 Erkrankungsfällen die höchste jemals registrierte Anzahl erfasst worden. Selbst 300 km südlich des Polarkreises sind bei Kokkola (Finnland) inzwischen FSME-durchseuchte Zecken und einzelne FSME-Fälle beim Menschen festgestellt worden. Das Infektionsrisiko im Baltikum ist am höchsten. Gründe für die zunehmende Zeckengefahr sind der Klimawandel, die globale Erwärmung, u.a. Rund 60 – 70 000 Menschen pro Jahr erkranken in Deutschland an Lyme-Borelliose. Darüber hinaus wurden im Jahr 2006 über 540 FSME-Infektionen registriert – Tendenz steigend. Die FSME kommt in allen europäischen Ländern außer in Großbritannien, auf der Iberischen Halbinsel und in den Benelux-Staaten vor. Die Lyme-Borelliose ist die bedeutendste durch Zecken übertragene bakterielle Erkrankung in der nördlichen Hemisphäre. Im Gegensatz zur FSME ist sie auch in den USA und in Kanada heimisch. Hochrisikogebiete: Estland, Finnland (Küstennähe, Archipel von Turku, Kokkola- und Lappeenranta), Kroatien (Norden zwischen Sava und Drava), Lettland, Litauen, Albanien, Slowenien. FSME und Lyme-Borreliose sind die wesentlichen Krankheiten, die in Europa durch Zecken übertragen werden, in Zecken können aber noch viele weitere humanpathogene Viren, Bakterien und Parasiten aus 6 Familien mit 8 Genera und 35 Spezies, - wobei die Familien der Flavi-, Bunya- und Reoviridae mit den Genera Flavivirus, Nairovirus und Orbivirus die meisten Vertreter stellen. - gefunden werden. Über Erkrankungen am hämorrhagischen Krim-Kongo-Fieber wurde in den letzten Jahren wiederholt auch aus der Türkei, Bulgarien, Kosovo und Albanien berichtet. Auch in Nordgriechenland wurde das Virus bereits isoliert. Der Verursacher dieser Zecken übertragenden Infektionskrankheit ist das hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber-Virus (CCHFV), ein zu den Bunyaviridae gehörender Erreger. CCHFV ist nicht nur im östlichen und südöstlichen Europa, sondern auch im Mittleren Osten, Zentralasien und weiten Teilen Afrikas endemisch. Zu den endemischen Gebieten gehören u. a. auch beliebte Urlaubsländer, wie die Türkei, Bulgarien, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate, Oman und Senegal. Für die Ausbreitung der Infektion spielen insbesondere ornithophile Hyalomma-Zecken eine wichtige Rolle. Erkrankungen können als sporadische Einzelfälle auftreten oder das Virus verursacht kleinere Epidemien. Regelmäßige Ausbrüche, wie zum Beispiel in den Vereinigten Arabische Emiraten oder Oman, sind meist die Folge von unkontrolliertem Import von infizierten Nutztieren.

Atomkraft? Nein, Danke!

ATOMKRAFT: NEIN!
Die Risiken bei der Nutzung der Atomkraft sind nicht verantwortbar. In erster Linie wegen der Gefahren bei Unfällen, die nicht gelösten Probleme bei der Entsorgung von ausgebrannten Brennstäben, die Auswirkungen auf die Gesundheit und auf den Klimaschutz, das Risiko für Terroranschläge usw.
Wie sieht es mit dem „Sicherheitsgrad“ aus?
Hier eine Liste der Unfälle in Deutschland:
Brunsbüttel - Atommüll bisher: 290 t
Wegen verschiedener Pannen und Mängel ist der Reaktor insgesamt sechseinhalb Jahre außer Betrieb. 1978: Durch ein Leck entweichen zwei Tonnen radioaktiver Dampf. Der Reaktor läuft noch fast drei Stunden weiter, obwohl er innerhalb von fünf Minuten automatisch hätte abgeschaltet werden müssen. 1989: Bei einer Prüfung werden Risse an Rohren des Kühlsystems entdeckt. 2001: Eine Wasserstoffexplosion zerfetzt rund drei Meter Rohrleitung direkt am radioaktiven Herzen des Reaktors. HEW behauptet, es sei lediglich ein Flansch undicht geworden und bleibt zwei Monate untätig.
Brokdorf -Atommüll bisher: 335 t
1988: Die Kupplungen der vier Notspeise-Dieselmotoren weisen verschiedene Mängel auf. 1993: Weil aus einem Reinigungssystem Schwefelsäure in den sekundären Kühlkreislauf fließt, muss die Anlage abgeschaltet werden. 1995: Es werden 25 undichte Brennelemente entdeckt.
Krümmel - Atommüll bisher: 387 t
In der Umgebung häufen sich Fälle von Leukämie bei Kindern. Von 1985 an verteilen sich Korrosionsprodukte von Brennelementen im Kühlkreislauf und führen zu erhöhter Strahlenbelastung des Personals. 1993: An Rohren der Kühlwasserzufuhr werden Risse entdeckt. 1998: An den Steuerstabsdurchführungen im Druckbehälter haben sich zwei Sicherungsmuttern gelöst.
Unterweser - Atommüll bisher: 588 t
1998: Nach einer Reparatur geht der Reaktor aus Versehen mit gesperrten Sicherheitsventilen an einer Hauptdampfleitung in Betrieb. Der Fehler in dem zentralen Sicherheitssystem wird nur durch Zufall erkannt. 1999: Ein Leck an einem Stutzen der Hauptkühlmittelleitung führt zu erhöhter Radioaktivität in den Kraftwerksräumen. Der Reaktor wird abgeschaltet.
Lingen - Atommüll bisher: 365 t
1988: Irregeleitet durch eine fehlerhafte Beschriftung zieht ein Prüfer einen falschen Stecker und öffnet so ein Abblase - Ventil am Druckhalter im zentralen Kühlkreislauf. Wäre die Panne nicht bemerkt worden, hätte Kühlmittel austreten können.
Grohnde - Atommüll bisher: 420 t
1985: Das Hochdruck-Notkühlsystem ist nicht einsatzfähig, weil eine der vier Pumpen Gas statt Wasser enthält. Ein Leck im Primärkühlkreislauf hätte somit zur Kernschmelze führen können. 1990: Während der Revision werden 18 beschädigte Zentrierstifte entdeckt. Die Stifte sollen verhindern, dass sich Brennelemente verschieben; dies würde die Reaktorsteuerung beeinträchtigen.
Grafenrheinfeld - Atommüll bisher: 522 t
2000: Ein Brand beschädigt den Motor einer Hauptkühlmittelpumpe.
Biblis A - Atommüll bisher: 630 t
1987: Ein Ventil im Primärkreislauf klemmt und bleibt offen. Als der Fehler nach 15 Stunden auffällt, öffnet die Crew ein zweites Ventil, um das erste durchzuspülen, statt den Reaktor sofort abzuschalten. Bei dem gefährlichsten Störfall der 80er Jahre treten 107 Liter radioaktives Kühlwasser aus. 1991: Die Aufsichtsbehörde fordert 55 Nachrüstungen, erfolgt sind bislang nur wenige davon.
Biblis B - Atommüll bisher: 603 t
Trotz wiederholter Nachrüstung noch Schwachstellen, etwa mangelnde Erdbebensicherheit. 1999: Aus einem Leck im Primärkreislauf tritt radioaktives Wasser aus.
Philippsburg 1 - Atommüll bisher: 385 t
1980: Kurz nach der Inbetriebnahme müssen etliche Rohrleitungen ausgetauscht werden. 1983: Wegen Lecks in etwa 20 Brennelementen gelangt radioaktives Jod-131 in die Umwelt. 1992: Nach einer Schnellabschaltung versagt ein Frischdampf-Isolationsventil. 1996: 17 der 145 Steuerstabantriebe erweisen sich als nicht einsatzfähig, weil falsche Relais eingebaut worden sind. 2001: Das Betriebspersonal fährt den Reaktor an, obwohl das Notkühlsystem nicht funktionsfähig ist.
Philippsburg 2 - Atommüll bisher: 436 t
1987: Durch ein Versehen werden die Notdieselmotoren vom Reaktorschutzsystem abgeklemmt. Der Fehler fällt erst nach 15 Stunden auf. 1998: Die Pumpen im nuklearen Nachwärmeabfuhrsystem erweisen sich als unzureichend gegen Überhitzung gesichert. Neckarwestheim 1 - Atommüll bisher: 455 t
Diverse Werkstoffprobleme bei Brennelement-Zentrierstiften und den Schrauben der Kernumfassung. 1992: Das Reaktorschutzsystem fällt für eine halbe Stunde aus, weil Hochspannungssignale in die Kabel eingespeist wurden. 1996: Die Schmierölversorgung bei zwei der vier Notspeisepumpen funktioniert mangelhaft.
Neckarwestheim 2 - Atommüll bisher: 305 t
Wie auch bei Block 1 ist die geologische Eignung des Geländes umstritten. 1990: Ein Abblaseventil im Druckhalter öffnet sich fälschlich. 1994: Es wird entdeckt, dass an drei der acht Druckspeicher im Notkühlsystem Messleitungen falsch montiert sind.
Gundremmingen B - Atommüll bisher: 460 t
Immer wieder treten - wie auch in Block C - Probleme mit den Sicherheits- und Entlastungsventilen auf.
Gundremmingen C - Atommüll bisher: 443 t
1987 und 1988 lösen verklemmte Vorsteuerventile jeweils die Schnellabschaltung des Reaktors aus. 1998: Die Schweißnaht einer Speisewasserleitung reißt, Kühlwasser tritt aus. Isar 1 - Atommüll bisher: 435 t
1981: Etliche Rohrleitungen müssen ausgetauscht werden. 1989: Der Teleskoparm der Brennelemente -Wechselmaschine versagt und beschädigt ein Kugellager. 69 Kugeln fallen in den Reaktordruckbehälter, nur 60 werden gefunden. 1991: Vier Umwälzpumpen im Kühlwasserkreislauf fallen aus, es kommt zu unvorhergesehenen Schwankungen der Reaktorleistung. 2001: Ein AKW-Mitarbeiter brüstet sich damit, die Gutachter des TÜV hinters Licht zu führen. E.ON entlässt den Mitarbeiter.
Isar 2 - Atommüll bisher: 320 t
1999: An einem Notstromgenerator tritt eine Störung auf.
WELTWEIT:
Chalk River, Kanada
12. Dezember 1952 – Während eines Tests wurde durch Fehlbedienungen, Missverständnisse zwischen Operator und Bedienpersonal, falsche Statusanzeigen im Kontrollraum, Fehleinschätzungen des Operators und zögerliches Handeln der Reaktorkern bei einer partiellen Kernschmelze zerstört. Dabei warf eine Knallgasexplosion im Reaktorkern die Kuppel eines vier Tonnen schweren Helium-Gasbehälters 1,2 m hoch, wo sie im Aufbau stecken blieb. Durch die Explosion wurden mindestens 100 TBq an Spaltprodukten in die Athmosphäre freigesetzt. Bis zu vier Millionen Liter mit etwa 400 TBq langlebigen Spaltprodukten radioaktiv kontaminiertes Wasser wurden aus dem Keller des Reaktorcontainment in eine sandige Sickergrube gepumpt, um eine Kontaminierung des nicht weit entfernten Flusses Ottawa zu verhindern. Der beschädigte Reaktorkern wurde vergraben. Der Reaktor ging erst zwei Jahre später wieder in Betrieb.
Kyschtym, Russland
29. September 1957 – Auch bekannt als Unfall von Majak. Die dortige Wiederaufarbeitungsanlage lagerte ihre Abfallprodukte in großen Tanks. Durch den radioaktiven Zerfall der Stoffe entsteht Wärme, weswegen diese Tanks ständig gekühlt werden müssen. Nachdem im Laufe des Jahres 1956 die Kühlleitungen eines dieser 250 m³ fassenden Tanks undicht geworden waren, und deshalb die Kühlung abgestellt wurde, begannen die Inhalte dieses Tanks zu trocknen. Ausgelöst durch einen Funken eines internen Messgerätes explodierten die enthaltenen Nitratsalze und setzten große Mengen an radioaktiven Stoffen frei. Die Belastung der Gegend um Kyschtym, Russland, entsprach nahezu der doppelten Menge des Tschernobyl-Unfalls. Da die Kontamination sich lediglich auf den Ural beschränkt, schlugen Messgeräte in Europa nicht Alarm, wodurch der Unfall 30 Jahre vor der Weltöffentlichkeit geheim gehalten werden konnte.
Windscale bzw. Sellafield, Vereinigtes Königreich
7. bis 12. Oktober 1957 – Im Kernreaktor Pile No. 1 in Windscale bzw. Sellafield nahe Liverpool heizten Techniker den Reaktor an, um die so genannte Wigner-Energie aus dem als Moderator dienenden Graphit zu glühen. Bei dem Reaktor handelte es sich um einen von zwei luftgekühlten und graphitmoderierten Reaktoren. Sie werden mit Uran betrieben und dienen dazu, Plutonium für Atomwaffen herzustellen. Die Reaktoren dieses Typs waren noch sehr primitiv und eher als Aufhäufung denn als Atomreaktor zu bezeichnen. Sie werden durch einen von riesigen Lüftern erzeugten Luftstrom gekühlt. Am Morgen des 7. Oktober 1957 wurde der Reaktor kontrolliert heruntergefahren und die Luftkühlung abgestellt. Der Reaktor wurde danach im unteren Leistungsbereich wieder angefahren. Die Techniker stellten einen Temperaturabfall anstelle eines Temperaturanstiegs fest. Um die Wigner-Energie schneller beseitigen zu können, wurde der Reaktor am nächsten Tag in einen nicht erlaubten Leistungsbereich gefahren. Die Techniker saßen allerdings einem Trugschluss auf: Im normalen Betrieb waren die Temperaturspitzen und die Messung der selbigen in ganz anderen Regionen als während des Ausglühens. In nicht kontrollierten Bereichen fing das Graphit deshalb an zu brennen. Das Feuer und der Rauch wurden nur am Anfang gefiltert. Danach konnte die Radioaktivität nach außen gelangen. Blaue Flammen schlugen aus dem hinteren Bereich des Reaktors. 750 TBq gelangten in die Atmosphäre. Das Feuer brannte vier Tage und verbrauchte einen Großteil des Graphitmoderators. Den Technikern gelang es nicht, die 150 Kernbrennstäbe aus dem Reaktor zu ziehen. Stattdessen schlugen sie eine Feuerschneise, indem sie benachbarte Stäbe herauszogen. Als letzte Konsequenz wurde der Reaktor mit Wasser geflutet. Diese Flutung war sehr gefährlich, da das Wasser durch die hohe Temperatur zu Knallgas aufgespalten hätte werden können. Dies hätte zu einer Explosion geführt. Das Wasser erstickte glücklicherweise das Feuer. Einem Bericht zufolge konnten radioaktive Gase in die Atmosphäre entweichen. Diese waren vor allem Jod, Krypton und Xenon. Die Milcherzeugung in einem Gebiet von 520 km² wurde verboten. In den folgenden Jahren wurden Reaktor Nr. 1 und 2 abgeschaltet. Mit der völligen Stilllegung der abgeschalteten Reaktoren wurde 1990 begonnen, und erst 1999 beendet. Der Unfall, der im Ausmaß den vom Three Mile Island übersteigt, da kein Containment vorhanden war, ist und von der IAEO als INES 5 eingestuft wurde, wird später für Dutzende von Krebstoten verantwortlich gemacht.
Simi Valley, Kalifornien, Vereinigte Staaten
26. Juli 1959 – Im Santa Susana Field Laboratory in Kalifornien gab es in einem mit Natrium gekühlten Reaktor eine partielle Kernschmelze.
Knoxville, Tennessee, Vereinigte Staaten
20. November 1959 – In der radiologisch-chemischen Fabrik Oak Ridge National Laboratory in Tennessee gab es während der Dekontamination der Arbeitsanlagen eine chemische Explosion. Es wurden insgesamt 15 Gramm 239Plutonium freigesetzt. Das Plutonium verursachte bei der Explosion eine erhebliche Kontaminierung des Gebäudes, der angrenzenden Straßen und den Fassaden von angrenzenden Gebäuden. Man glaubt, dass die Explosion durch den Kontakt von Salpetersäure mit Phenol-haltiger Dekontaminierungsflüssigkeiten ausgelöst wurde. Ein Techniker hatte vergessen, einen Verdampfer mit Wasser zu reinigen und so frei von Dekontaminierungsflüssigkeiten zu machen. Flächen, die nicht dekontaminiert werden konnten, wurden mit einer auffälligen Warnfarbe gekennzeichnet oder einbetoniert. Die Behörden von Oak Ridge begannen, im Umgang mit radioaktiv-chemischen Materialien ein Containment zu benutzen. Seither wurden keine weiteren Mitarbeiter verletzt.
Idaho Falls, Idaho, Vereinigte Staaten
3. Januar 1961 – In der National Reactor Testing Station Idaho erlitt der experimentelle SL-1 Reaktor einen kritischen Vorfall mit einer Dampfexplosion und schwerer Freisetzung radioaktiven Materials, bei dem drei Arbeiter getötet wurden. Mit Ausnahme von 131 Iod blieb die Verbreitung der Strahlung auf eine Fläche von 12.000 m² begrenzt. Im Umkreis von 30 km um den Reaktor war die Kontamination der Vegetation durch 131Iod etwa 100 Mal so hoch wie die natürliche Strahlungsintensität. Selbst 80 km entfernt war die Belastung der Vegetation noch doppelt so hoch, unter anderem auch in einem Landschaftsstreifen entlang des Snake River nahe Burley und American Falls. Der transportable Reaktor hatte manuell betätigbare Steuerstäbe. Das Bewegen eines einzigen Stabes könnte den Kritikalitätsvorfall ausgelöst haben. Es war bekannt, dass sich die Stäbe im leichten Aluminiumgehäuse verklemmen konnten. Einige Ermittler glaubten, dass eine solche Stange feststeckte und sich plötzlich löste, was den Unfall ausgelöst haben soll. Die Ermittler haben nie herausgefunden, warum der Stab entfernt wurde. Ein Arbeiter wurde von einem Steuerstab an der Decke aufgespießt gefunden. Der Stab wurde anscheinend vom Dampfdruck herausgeschleudert. Der Unfall wurde von Arbeitern entdeckt, die sich außerhalb des Reaktorgebäudes befanden, als Strahlungs- und Übertemperaturalarm die Rettungskräfte alarmierte. Diese fanden Dosisleistungswerte, die noch hundert Meter vom Reaktorgebäude entfernt 2 mSv/h überschritten. Die Rettungsmannschaft konnte zuerst weder ein Feuer noch die Arbeiter finden, aber sie fanden Strahlungswerte von etwa 10 mSv/h innerhalb des Reaktorgebäudes. Einer der drei Arbeiter konnte aus dem Gebäude geborgen werden, starb aber ein paar Stunden später. Die Leichen der beiden Anderen blieben über Tage im Gebäude, während hunderte Rettungskräfte versuchten, eine Rettungsaktion durchzuführen. Nach ihrer Bergung zeigten sich die Leichen der beiden Arbeiter so stark radioaktiv kontaminiert bzw. aktiviert, dass ihre Hände und Köpfe abgetrennt und in einer Deponie für radioaktiven Müll begraben werden mussten. Von den Rettungskräften erhielten laut einem Bericht der Atomenergiekommission der USA 22 eine Äquivalentdosis in der Größenordnung von 30 bis 270 mSv. Der Reaktor wurde demontiert und der 12 t schwere Reaktorkern und das Druckgefäß einige Monate später entfernt.
Charlestown, Rhode Island, Vereinigte Staaten
24. Juli 1964 – Bei einem Unfall in einer Fabrik für nukleare Brennelemente starb ein Mensch.
Monroe, Michigan, Vereinigte Staaten
5. Oktober 1966 – Aufgrund einer Fehlfunktion des Natrium-Kühlsystems im Enrico Fermi demonstration nuclear breeder reactor am Ufer des Eriesees kam es zu einer partiellen Kernschmelze, bei der keine Strahlung aus dem Containment austrat. Der Reaktorkern bestand aus 105, mit Zirconium verkleideten Stiften bestehenden, Uranoxid-Brennelementen (uranium oxide fuel assemblies). Der Unfall wird einem Stück Zirconium zugeschrieben, das einen Flussregler (flow-guide) im Natrium-Kühlsystem blockierte. Das Reaktorgebäude wurde durch Sensoren automatisch isoliert, kein Personal war zu diesem Zeitpunkt im Gebäude. Mitarbeitern gelang es, den Reaktor manuell abzuschalten. Zwei der 105 Brennelemente schmolzen, aber außerhalb des Auffangbehälters wurde keine Strahlung gemessen. Der 200-MW-Reaktor lief im Oktober 1970 wieder mit voller Leistung..
Lucens, Schweiz
21. Januar 1969 – Beim Versagen des Kühlmittels eines experimentellen nuklearen Reaktors im Versuchsatomkraftwerk Lucens im Kanton Waadt gab es im Reaktor eine partielle Kernschmelze. Anfang des Jahres 1968 gab es eine Prüfung des Reaktors. Im April/Mai wurde er in Betrieb genommen, allerdings anschließend bis Januar des nächsten Jahres wieder abgeschaltet. Während dieses Stillstandes lief das Kühlmittel (Sperrwasser = Dichtungsbestandteil) in den Kühlkreis des Reaktors. Die aus Magnesium bestehenden Umhüllungsrohre korrodierten. Als der Reaktor im Januar 1969 wieder in Betrieb genommen wurde, behinderten die Korrosionsprodukte die Kühlung. Der Brennstoff überhitzte und mehrere Brennstäbe schmolzen. Ein ganzes Bündel Brennstäbe geriet in Brand und brachte den Reaktortank zum Bersten. Kohlendioxid und Schweres Wasser (Moderator) traten in die Reaktorkaverne aus. Da die erhöhte Radioaktivität bereits etwas früher gemessen wurde, konnten die Arbeiter evakuiert und die Kaverne isoliert werden. Es wurde eine größere Menge Strahlung in der Reaktorkaverne freigesetzt. Die radioaktiven Trümmer konnten erst Jahre später aus dem Stollensystem geräumt werden. Die Kaverne enthielt nach wie vor eine große Menge radioaktiven Materials, wurde aber so verschlossen, dass vorerst keine Strahlung in die Umwelt gelangen konnte. Die Aufräumarbeiten dauerten bis Mai 1973. Die Trümmer wurden in versiegelten Behältern auf dem Gelände gelagert, bis sie 2003 ins zentrale Zwischenlager in Würenlingen abtransportiert wurden.
Rocky Flats, Idaho, Vereinigte Staaten
11. Mai 1969 – In einem Container mit 600 t feuergefährlichem Material kam es zu einer spontanen Entzündung von Plutonium. Das Feuer verbrannte 2 t des Materials und setze Plutoniumoxid frei. Durch die Entnahme von Bodenproben im Umfeld der Anlage stellte man fest, dass die Gegend mit Plutonium kontaminiert wurde. Da sich die Betreiber der Anlage weigerten, Untersuchungen einzuleiten, wurden die Proben im Rahmen einer nicht offiziellen Untersuchung entnommen
Windscale bzw. Sellafield, Vereinigtes Königreich
1973 – In der Wiederaufarbeitungsanlage kam es in einem Behälter zu einer exothermen Reaktion. Hierdurch wurde ein Teil der Anlage radioaktiv verstrahlt. Auf Grund der Verstrahlung wurde dieser Unfall mit INES 4 eingestuft.
Greifswald, Deutschland (DDR)
7. Dezember 1975 – Ein Elektriker wollte seinem Lehrling zeigen, wie man elektrische Schaltkreise überbrückt. Dabei kam es zu einem Kurzschluss auf der Primärseite des Block-Trafos des Blocks 1, durch den entstehenden Lichtbogen brach ein Kabelbrand aus. Das Feuer im Hauptkabelkanal zerstörte die Stromversorgung und die Steuerleitungen von 5 Hauptkühlmittelpumpen (6 sind für einen Block in Betrieb). Eine Kernschmelze hätte drohen können, da Reaktor 1 nicht mehr richtig gekühlt werden konnte. Das Feuer konnte jedoch durch die Betriebsfeuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht und die Stromversorgung der Pumpen provisorisch wieder hergestellt werden, da sofort nach Auftreten des Brandes Gegenmaßnahmen ergriffen wurden und die Betriebsmannschaft zu jeder Zeit des Unfalls die richtigen Entscheidungen traf. Nach dieser Beinahe-Katastrophe wurde der Brandschutz innerhalb des Kraftwerks erheblich verstärkt und die "Räumliche Trennung" bei sicherheitsrelevanten Einrichtungen eingeführt; so erhielt jede Hauptkühlmittelpumpe ihre separate Stromversorgung. Der Fall wurde erst nach der Wende 1989 im Fernsehen publik gemacht. Durch sowjetische Stellen wurde bereits wenige Stunden nach dem Zwischenfall die IAEO informiert, die diesen Unfall in INES 4 einstuften. Der 10 %-Grenzwert der zulässigen Aktivitätsabgabe wurde nicht überschritten. Spätere Auswertungen der Vorgänge durch eine Regierungskommission und die Bestätigung der von der Kommission gezogenen Schlüsse durch die IAEO zeigen, dass eine erfahrene Betriebsmannschaft anlagenbedingte Schwachstellen (hier das fehlende Containment) ausgleichen kann. Dieser Unfall ist daher auch als Standard-Unfall-Szenario für WWER-440-Reaktoren in die Simulatorschulung in Greifswald nach 1990 eingeflossen.
Three Mile Island, Pennsylvania, Vereinigte Staaten
28. März 1979 – In einem Kernkraftwerk bei Harrisburg führten Versagen von Maschinenteilen und Bedienungsfehler der Mannschaft zum Ausfall der Reaktorkühlung, wodurch es zur partiellen Kernschmelze und Freisetzung von 90 TBq an radioaktiven Gasen kam. Dieser Unfall ist bis heute der schwerste in einem kommerziellen Reaktor in den USA und wurde von der IAEO mit INES 5 eingestuft.
Saint-Laurent, Frankreich
1980 - Durch einen partiellen Riss im Reaktorkern kam es zur Verstrahlung des Gebäudes (INES 4).
Tennessee, Vereinigte Staaten
11. Februar 1981 – Ein neuer Arbeiter öffnete versehentlich ein Ventil und mehr als 410.000 Liter radioaktive Kühlflüssigkeit flossen in das Reaktorgebäude des Tennessee Valley Authority Sequoyah 1 Atomkraftwerk. Acht Arbeiter wurden kontaminiert.
Tsuruga, Japan
25. April 1981 – Mehr als 100 Arbeiter wurden während Reparaturarbeiten in einem Atomkraftwerk in Tsuruga, Japan, Radioaktivität ausgesetzt.
Buenos Aires, Argentinien
1983 - Durch das Vernachlässigen von Sicherheitsregelungen starb ein Operator während einer Modifikation des Reaktorkerns. Er befand sich nur wenige Meter entfernt und wurde mit ca. 20 Gy verstrahlt (INES 4).
Gore, Oklahoma, Vereinigte Staaten
6. Januar 1986 – In der Wiederaufarbeitungsanlage Kerr-McGee in Gore, Oklahoma, zerbrach ein Zylinder mit nuklearem Material nach unzulässiger Erhitzung. Ein Arbeiter starb, 100 mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Tschernobyl, Ukraine
26. April 1986 – Bei einem so genannten Super-GAU (INES 7) im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine kam es zu einer Kernschmelze und in deren Folge zu einer Explosion. Große Mengen Radioaktivität wurden durch Freilegung und Brand des Reaktorkernes freigesetzt, die unmittelbare Umgebung wurde verstrahlt und darüber hinaus gab es zahlreiche direkte Strahlenopfer unter den Hilfskräften. Der sogenannte Super-GAU konnte durch Radioaktivitätsmessungen und Fallout in Schweden und anderen europäischen Ländern nachgewiesen werden. Es wurde ein großräumiges Sperrgebiet eingerichtet und das Gebiet evakuiert. Die Anzahl der geschädigten Personen schwankt je nach Studie erheblich.
La Hague, Frankreich
21. Mai 1986 – In der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague wurden 5 Arbeiter bei einem Unfall verstrahlt.
Decatur, Georgia, Vereinigte Staaten
6. Juni 1988 – Die Firma Radiation Sterilizers in Decatur, Georgia berichtete vom Verlust von 137Caesium. 70.000 Behälter mit medizinischen Artikeln und Milchpackungen wurden zurückgerufen. Zehn Arbeiter werden kontaminiert, drei davon so schwer, dass sie durch die Kontaminationsverschleppung wiederum ihre Pkw und Häuser kontaminieren.
Vandellòs, Spanien
1989 - Durch ein Feuer im Kernkraftwerk Vandellós wurden die Sicherheitssysteme stark in Mitleidenschaft gezogen. Es kam aber zu keinem schwereren Unglück, der Vorfall wurde mit INES 3 (Ernster Störfall) eingestuft
Sewersk, Russland
6. April 1993 – In einer sibirischen Wiederaufarbeitungsanlage (u. a. genutzt für die Produktion von waffenfähigem Plutonium) wurden durch einen Unfall große Mengen kurzlebiger radioaktiver Stoffe freigesetzt. In Folge wurden einhundert Quadratkilometer verseucht im Gebiet Sewersk (auch als Tomsk-7 bekannt).
Tōkai-mura, Japan
30. September 1999 – In einer Brennelemente-Fabrik in Tökai-mura, Japan, befüllten Arbeiter einen Vorbereitungstank mit 16,6 kg Urangemisch (anstatt den vorgeschriebenen 2,3 kg). Daraufhin setzte eine unkontrollierte Kettenreaktion ein und Strahlung trat aus. Die Zahl der verstrahlten Menschen wird mit 35 bis 63 angegeben. Drei Arbeiter wurden einer besonders hohen Radioaktivität von bis zu 17 Sievert ausgesetzt. Ca. 300.000 Anwohner wurden aufgefordert ihre Häuser nicht zu verlassen. Dieser Unfall wurde zuerst mit INES 4 bewertet, später dann auf INES 5 gestuft.
Paks, Ungarn
10. April 2003 - Beim Reinigen von Brennstäben im Block 2 des Kernkraftwerkes wurde deren Umhüllung beschädigt. Dabei trat radioaktives Gas aus, das einen „Ernsten Störfall“ (INES-Kategorie 3) verursachte. Es wurde niemand bei diesem Unglück verletzt.
4. November 2004 – Balakowo/Russland
Im Atomkraftwerk Balakowo kommt es zu einem Zwischenfall. Der Reaktor wird heruntergefahren. Nach Angaben des Betreibers Rosatomenergo trat keine Radioaktivität aus.
Windscale bzw. Sellafield, Vereinigtes Königreich
19. April 2005 - Nach dem schweren Unglück von 1957 gab es 2005 in Sellafield einen weiteren Zwischenfall (INES 3). Nach über 7 Monaten wurde ein Leck in der Wiederaufbereitungsanlage entdeckt, durch das ca. 83.000 Liter einer radioaktiven Flüssigkeit, bestehend aus Schwefelsäure, Uran und Plutonium, austraten. Die betroffene Halle wurde massiv verstrahlt, so dass ferngesteuerte Maschinen die Entsorgung der Flüssigkeit vornehmen mussten.
28. März: Leibstadt/Schweiz
Im Atomkraftwerk Leibstadt kam es am 28. März 2005 zum Stillstand für fünf Monate. Grund hierfür war ein Schaden am Generator; die Reparaturarbeiten am Generator oblagen nicht der Aufsichtspflicht der der HSK (Nukleare Aufsichtsbehörde), da der nukleare Teil des AKW nicht betroffen war
Forsmark/Schweden
Am 25. Juli 2006 wurde der Reaktor Forsmark-1 nach einem Kurzschluss in der Umspannstation, über die das AKW seinen Strom ans allgemeine Netz abführt, von der Stromversorgung automatisch getrennt. Dies führte zu einem Lastabwurf des Generators und die im Reaktor produzierte Wärme konnte nicht mehr in elektrische Leistung umgesetzt werden. Der Reaktor wurde über eine Schnellabschaltung heruntergefahren. Der Strom für die Steuerung des Kernkraftwerkes und die Speisepumpen, die die Nachzerfallswärme abführen müssen, fiel aus. Er musste ersatzweise durch Diesel-Notstromaggregate bereitgestellt werden. Jedoch konnten zwei der vier Generatoren nicht in das Notstromnetz einspeisen, da sie mit der 500 V Leitung elektrisch verbunden blieben, die jedoch ausgefallen war. Zusätzlich versagte die Stromversorgung für einen Teil der Messgeräte in der Leitwarte. Nach 23 Minuten konnten die beiden anderen Dieselaggregate manuell gestartet werden. Nach Angaben der schwedischen Strahlenschutzbehörde SKI sei eine akute Kernschmelze zu keiner Zeit des Störfalls zu erwarten gewesen, dennoch hätte es sich um einen sehr ernsten Zwischenfall gehandelt.
29. Juni: Aus dem Zwischenlager für schwach und mittelstark strahlenden Abfall gelangte im Juni 2005 radioaktives Wasser in die Ostsee. In den Gewässern in der Nähe des Kraftwerks wurde das Zehnfache des Normalwerts radioaktiven Cäsiums gemessen. Dies liegt laut schwedischen Strahlenschutzinstitut SSI jedoch noch innerhalb der zulässigen Grenzen. Schuld an dem Leck waren vermutlich korrodierte Blechbehälter mit radioaktivem Abfall.
Fleurus, Belgien 11. März 2006 - Ein Mitarbeiter wurde in einer Anlage der Firma Sterigenics, die Kobalt-60-Quellen nutzt, um medizinische Geräte zu sterilisieren, mit etwa 4,6 Gy verstrahlt und musste medizinisch behandelt werden. Der Mitarbeiter betrat ohne Messgerät die Bestrahlungszelle für eine kurze Überprüfung, als die Anlage nicht aktiv war. In diesem Zustand sollten sich die Quellen eigentlich in einem Wassertank befinden. Anscheinend waren sie aber wegen eines hydraulischen Fehlers teilweise freigelegt.

Für jedes Land der Welt ist es möglich, den Energiebedarf mit Erneuerbaren Energien zu befriedigen. Unterschiedlich sind nur die jeweiligen Schwerpunkte, die davon abhängig sind, wie die geographische Situation jeweils ist.
Es gibt Länder mit mehr Sonnenstrahlung; andere haben bessere Windbedingungen; andere haben mehr Wasserkraftpotentiale; und andere haben mehr Möglichkeiten, die Biomasse zu nutzen. Und einige haben alles zusammen in reichlicher Form.
In konkreten Szenarien wurde bereits für manche Länder vorgerechnet, wie zu 100 % der Energiebedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann: Für Frankreich bereits 1978, ebenfalls 1978 für die USA (von der Union of Concerned Scientists, in der mehr als 50 amerikanische Nobelpreisträger engagiert sind), 1993 für Deutschland, 1999 für die EU und aktuell für Japan. Diese Erkenntnisse werden von den konventionellen Energieexperten verleugnet. Der Grund dafür ist, dass mit erneuerbaren Energien die konventionellen Energieketten gesprengt werden.
Erneuerbare Energien gibt es überall. Sie ermöglichen Energieautonomie. Es gibt kurze Energieketten statt lange. Viele dezentrale Anlagen ersetzen wenige große. Sie sind antimonopolistisch. Sonne und Wind kann man nicht privatisieren.
Sie führen zu einer neuen technologischen Revolution für die Produktion vieler dezentraler Technologien. Sie führen zu einer Revitalisierung der Landwirtschaft für die Produktion von Bio-Energie. Sie führen zur Wirtschaftsförderung der Regionen. Sie machen das möglich, was die Kritiker der Globalisierung fordern. Sie werden immer billiger, mehr es zur Massenproduktion der Techniken kommt, während die Kosten für die konventionellen Energien immer weiter steigen. Und vor allem sind erneuerbare Energien kompatibel mit der Ökosphäre. Sie sind emissionsfrei. Zur Stromproduktion aus Sonne und Wind braucht man kein Wasser. Sie restabilisieren das Klima. Sie sind keine ökonomische Last, sondern eine Chance. Aber sie führen zu einer strukturellen Revolution aller wirtschaftlichen Strukturen.
Der große Verlierer wird die konventionelle Energiewirtschaft sein. Ihre Einführung erfordert eine prioritäre politische Strategie. Der Markt allein kann das nicht schaffen, denn dieser ist dominiert von der konventionellen Energiewirtschaft, die ihre Kosten auf dem Rücken der Zivilisation und der Ökosphäre reduziert.
Der Wechsel kann schnell gehen, wenn die politischen Impulse kommen. Solaranlagen und Windkraftanlagen sind in wenigen Tagen installiert, für ein konventionelles Kraftwerk braucht man zehn oder mehr Jahre. Beispiele für schnelle Entwicklungen sind: Durch das Erneuerbare Energie-Gesetz in Deutschland, das die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien in das Stromnetz für jeden garantiert und dafür eine gesetzliche Preisgarantie für jede Kilowattstunde gibt, sind in zehn Jahren Kapazitäten von 13.000 MW Windkraft installiert worden - und in den letzten vier Jahren über 300 MW Solaranlagen, mit jährlich größeren Zuwächsen. Der break-throogs für Bio-Kraftstoffe in Automobilen kommt durch deren totale Befreiung von der Energiesteuer. Dadurch werden sie sofort billiger als fossiles Benzin oder Dieselöl. Autokonzerne wie Volkswagen und Mercedes propagieren seitdem diese Entwicklung, um ihre unheilige Allianz mit der fossilen Energiewirtschaft zu beenden. Ford bietet Autos an, die einen Kraftstoff nutzen können, der zu 85 % aus Bio-Ethanol besteht.
Wo die Steuerbefreiung für Biokraftstoffe durchgesetzt wird, kann die Strategie "Weg vom Öl“ in vielleicht drei Jahrzehnten realisiert werden. In schwedischen Städten fahren die Flotten der Stadtbusse mit Bio-Ethanol. Barcelona hat beschlossen, dass solarthermische Anlagen für alle Neubauten obligatorisch werden. Im rekonstruierten Reichstag in Berlin wird der Energiebedarf bereits zu 85 % mit Erneuerbaren Energien gedeckt, im neuen Kanzleramt zu 70 %. In London gibt es eine Wohnsiedlung, die ihren gesamten Energiebedarf mit erneuerbaren Energien selbst produziert und dafür den Europäischen Solarpreis erhalten hat.
Diese Beispiele zeigen: die Energierevolution ist möglich.
1700 Windräder im Meer werden soviel Strom produzieren wie fünf Atomkraftwerke. In 50 Jahren können wir mit der Hälfte des heutigen Energieverbrauchs in Mitteleuropa auskommen (ohne Wohlstandsverlust, Solararchitektur); 40 Prozent der Energie, die wir dann noch brauchen, wird durch die direkte Nutzung der Sonne, also durch Sonnenkollektoren, Photovoltaik-Anlagen und solaren Wasserstoff gewonnen; 30 Prozent der Energie wird durch Biomasse gewonnen, also Energie vom Acker und vom Wald. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft orientiert sich nicht am Weltmarkt, sondern am Europäischen Energiemarkt. Bauern werden die Ölscheichs des 21. Jahrhunderts. 15 Prozent gewinnen wir über Windräder; 10 Prozent der Energie über Wasserkraft und noch fünf Prozent über Erdöl


ATOMKRAFT
Eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Europa lehnt diese tödliche Risikotechnologie ab. Über die Hälfte der EU-Staaten verwendet keine Atomenergie oder hat den Ausstieg beschlossen. Trotzdem wird die Energiepolitik in Europa immer noch durch den EURATOM-Vertrags von 1957 bestimmt.
Kurios....Vor 30 Jahren sagte man in den Schulen, "kalte" Atomkraftenergiegewinnung sei das Ziel, das man erreichen wolle, nur so sei Atomenergie rein und ohne Gefahren verbunden...Ich weiß nicht warum ich seit Jahren immer denselben Traum habe: Ich bin Wissenschaftlerin, sehe mich Referate halten weltweit, wo ich ein ganz normales Glas Wasser in der Hand halte als Mittel zum Zweck, und dieses Konzept mit viele Formeln untermauere...:-)

ATOMAUSSTIEG VOLLSTÄNDIG:

DÄNEMARK
ESTLAND
GRIECHENLAND
ITALIEN: hat den Atomausstieg innerhalb von nur drei Jahren abgeschlossen. Nach der Katastrophe von Tschernobyl 1986 gab es ein Referendum, mit dem der Atomausstieg beschlossen wurde. Von 1987 bis 1990 wurden alle vier Kernkraftwerke Italiens abgeschaltet.
IRLAND: 1968 wurde das erste Kernkraftwerk geplant und in den 1970ern gebaut in Carnsore Point im County Wexford. Zunächst war lediglich ein Reaktor geplant, schließlich wurden es dann vier. Allerdings wurde der Bau nach starken Protesten von irischen Umweltschützern eingestellt. Seitdem ist Irland frei von Atomanlagen.
LETTLAND
LUXEMBURG
NEUSEELAND: ist seit 1984 nuklearfrei und hat den New Zealand Nuclear Free Zone, Disarmament, and Arms Control Act verabschiedet. Dieses Gesetzt verbietet insbesondere auch die Stationierung von Atomwaffen, sowie das Befahren neuseeländischer Gewässer mit atomangetriebenen Fahrzeugen.
NORWEGEN
ÖSTERREICH: nahm sein einziges, in Niederösterreich errichtetes Kernkraftwerk Zwentendorf nie in Betrieb, da es 1978 durch eine Volksabstimmung abgelehnt wurde, und setzt sich auch in der Außenpolitik gegen Atomkraft ein.
PHILIPPINEN: 2004 - Die Leitlinie von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo sieht eine stärkere Nutzung der heimischen Öl- und Gasreserven vor, ebenso wie die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien, unter anderem Kokos-Diesel. Das einzige vorhandene, aber nie in Betrieb genommene Kernkraftwerk in Bataan soll danach in ein Gaskraftwerk umgebaut werden.
POLEN
PORTUGAL
TÜRKEI: Im Juli 2000 hat die Regierung entschieden, das umstrittene Kernkraftwerk in Akkuyu nicht zu bauen. Die Atompolitik des Landes ist allerdings wechselhaft.

ATOMAUSSTIEG VORAUSSICHLICH
BELGIEN
DEUTSCHLAND
SCHWEDEN
SPANIEN

AKTIVE NUTZUNG ATOMENERGIE
ARMENIEN
BRASILIEN
BULGARIEN
CHINA
FINNLANG
FRANKREICH
GROßBRITANNIEN
JAPAN
NIEDERLANDE
RUMÄNIEN
SCHWEIZ
SLOWENIEN
USA
Bekannte Atomkraftgegner
Robert Jungk, Autor und Träger des Alternativen Nobelpreises

David McTaggart, Greenpeace-Aktivist, leitete die ersten Proteste gegen französische Atombombentests im Süd-Pazifik.

Walter Mossmann war ab 1974 in der Bewegung gegen das geplante Atomkraftwerk in Wyhl aktiv und wurde nicht nur mit seinen von der Bewegung aufgegriffenen Liedern zu einem wichtigen Multiplikator.

Hartmut Gründler erzwang 1975 in Wyhl durch einen seiner Hungerstreike den "Bürgerdialog Kernenergie", nutzte eine besondere Technik vernetzter Kommunikation und starb 1977 durch Selbstverbrennung aus Protest gegen die Atomenergiepolitik der Regierung

Klaus Traube war Atomkraftmanager und wurde später Kritiker der zivilen Atomenergienutzung.

Wolf Maahn, Musiker, der zusammen mit anderen Künstlern mit dem von vielen Radiosendern boykottiertem Lied Tschernobyl (Das letzte Signal) Stellung gegen Atomkraft bezog

Hans-Josef Fell, Grüner, erhielt 2001 den Nuclear-Free Future Award u.a. für seinen Einsatz für Erneuerbare Energien
DIE GRÖßTEN BISHER GEBAUTEN ATOMKRAFTWERKE AUF DER WELT:
Tihange 3,119 MWBelgium
Itaipu 13,320 MWBrazil/Paraguay
Tucurui I 4,245 MWBrazil
Paulo Afonso 3,935 MWBrazil
Ilha Solteira 3,230 MWBrazil
Bruce 6,830 MWCanada
Churchill Falls 5,429 MWCanada
Bourassa (La Grande-II) 5,328 MWCanada
Pickering 4,405 MWCanada
Nanticoke 4,096 MWCanada
Three Gorges 9,940 MWDarlington 3,636 MWCanada
China
Castle Peak 4,110 MWChina
Tuoketuo 3,600 MWChina
Ertan 3,300 MWChina
Jebel Ali 3,796 MWDubai – UAE
Drax 4,065 MWEngland
Gravelines 5,706 MWDidcot 3,392 MWEngland
France
Paluel 5,528 MWFrance
Cattenom 5,448 MWFrance
Cruas 3,824 MWFrance
Tricastin 3,820 MWFrance
Chinon 3,816 MWFrance
Blayais 3,804 MWFrance
Dampierre 3,748 MWFrance
Bugey 3,742 MWFrance
Civaux 3,122 MWFrance
Chooz-B 3,120 MWFrance
Niederaussem 3,856 MWGermany
Suralaya 3,440 MWIndonesia
Montalto di Castro 3,600 MWItaly
Kashiwazaki-Kariwa 8,206 MWJapan
Hamaoka 4,997 MWJapan
Kawagoe 4,802 MWJapan
Ohi 4,710 MWJapan
Fukushima Daiichi 4,696 MWJapan
Futtsu 4,584 MWJapan
Fukushima Daini 4,400 MWJapan
Kashima 4,400 MWJapan
Hekinan 4,100 MWJapan
Yokohama 4,025 MWJapan
Hirono 3,800 MWJapan
Sodegaura 3,727 MWJapan
Anegaski 3,600 MWJapan
Genkai 3,478 MWJapan
Takahama 3,392 MWJapan
Chita 3,350 MWJapan
Ekibastuz-1 4,000 MWKazakhstan
Ulchin 5,900 MWRepublic of Korea
Yonggwang 5,900 MWRepublic of Korea
Poryong 4,954 MWRepublic of Korea
Samchonpo 3,372 MWRepublic of Korea
Kori 3,137 MWRepubilc of Korea
Az Zour 3,625 MWKuwait
Eems 3,135 MWNetherlands
Tarbela 3,478 MWPakistan
Belchatow 4,340 MWPoland
Sayanao-Shushenskaya 6,500 MWRussia
Krasnoyarsk 6,000 MWRussia
Surgut-2 4,800 MWRussia
Bratsk 4,500 MWRussia
Balakovo 4,000 MWRussia
Kursk 4,000 MWRussia
Leningrad 4,000 MWRussia
Ust-Ilimsk 3,840 MWRussia
Reftinskaya 3,800 MWRussia
Lamma 3,796 MWRussia
Kostroma 3,600 MWRussia
Surgut-1 3,324 MWRussia
Ghazlan 4,120 MWSaudi Arabia
Senoko 3,163 MWSingapore
Kendal 4,374 MWSouth Africa
Majuba 4,110 MWSouth Africa
Matimba 3,990 MWSouth Africa
Ringhals 3,711 MW
Sweden
Forsmark 3,295 MWSweden
Lethabo 3,708 MWSouth Africa
Tutuka 3,654 MWSouth Africa
Duvha 3,600 MWSouth Africa
Matla 3,600 MWSouth Africa
Taichung 5,284 MWTaiwan
Hsinta 4,280 MWTaiwan
Mailiao 4,200 MWTaiwan
Ratchaburi 3,645 MWThailand
Bang Pakong 3,634 MWThailand
Zaporizhzhya 6,000 MWUkraine
Vuglegirska 3,600 MWUkraine
Zaporizhzhya 3,600 MWUkraine
Grand Coulee 6,495 MWUSA
W A Parish 3,969 MWUSA
Palo Verde 3,921 MWUSA
Martin County 3,705 MWUSA
Scherer 3,564 MWUSA
Bowen 3,541 MWUSA
Browns Ferry 3,494 MWUSA
Gibson 3,340 MWUSA
Monroe 3,293 MWUSA
Raul Leoni (Guri) 10,055 MWVenezuela
Macagua I-III 3,151 MWVenezuela



Risiko - Stufenskala
Stufe 7: Katastrophaler Unfall Auswirkungen außerhalb der Anlage: Schwerste Freisetzung, Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld, Gesundheitliche Spätschäden über große Gebiete, ggf. in mehr als einem Land.(Beispiel: Tschernobyl, Ukraine, 1986) Stufe 6: Schwerer Unfall Auswirkungen außerhalb der Anlage: Erhebliche Freisetzung, voller Einsatz der Katastrophenschutzmaßnahmen(Beispiel: Kyschtym, Russland, 1957, war der bisher schwerste Nuklearunfall der Geschichte und sollte daher Stufe 7 sein.) Stufe 5: Ernster Unfall Auswirkungen außerhalb der Anlage: Begrenzte Freisetzung, Einsatz einzelner Katastrophenschutzmaßnahmen - Auswirkungen innerhalb der Anlage: Schwere Schäden am Reaktorkern/ an den radiologischen Barrieren (Beispiele: Windscale, Großbritannien, 1957; Three Mile Island, USA, 1979) Stufe 4: Unfall Auswirkungen außerhalb der Anlage: Geringe Freisetzung, Strahlenexposition der Bevölkerung etwa in der Höhe der natürlichen Strahlenexposition - Auswirkungen innerhalb der Anlage: Schwere Kontaminationen und/oder Strahlenbelastung des Personals, die zu akuten Gesundheitsschäden führen kann (Größenordnung 1 Sievert) (Beispiel: Bohunice, Slowakei, 1977) Stufe 3: Ernster Störfall/Beinahe-Unfall Auswirkungen außerhalb der Anlage: Sehr geringe Freisetzung, Strahlenexposition der Bevölkerung in Höhe eines Bruchteils der natürlichen Strahlenexposition - Auswirkungen innerhalb der Anlage: Schwere Kontaminationen und/oder akute Gesundheitsschäden beim Personal - Merkmal hinsichtlich der Beeinträchtigung der Sicherheitsvorkehrungen: Weitgehender Ausfall der gestaffelten Sicherheitsvorkehrungen (Beispiel: Sellafield, England, 2005) Stufe 2: Störfall Auswirkungen innerhalb der Anlage: Erhebliche Kontamination und/oder unzulässig hohe Strahlenexposition beim Personal - Merkmal hinsichtlich der Beeinträchtigung der Sicherheitsvorkehrungen: Begrenzter Ausfall der gestaffelten Sicherheitsvorkehrungen(Beispiele: zwei Störfälle im Kernkraftwerk Philippsburg 2001; Kernkraftwerk Forsmark, Schweden, 2006) Stufe 1: Störung Merkmal: Abweichung von den zulässigen Bereichen für den sicheren Betrieb der Anlage Stufe 0: Ereignis unterhalb der Skala

AUSWIRKUNGEN AUF DIE GESUNDHEIT
In den USA wurde für den Zeitraum 1982-85 in der Umgebung des Siedewasserreaktors Pilgrim, Massachusetts mittels einer ökologischen Studie eine höhere Inzidenz für Leukämien und maligne Lymphome nachgewiesen. Auffällig war hier eine höhere Erkrankungsrate bei den Erwachsenen über 25 Jahre .1988 wurde in den USA anlässlich einer Untersuchung in der Umgebung der Atomanlage von Hanford festgestellt, dass Kinder mit Neuralrohrdefekten vermehrt von Eltern abstammen, die vor der Zeugung erhöhten Strahlendosen ausgesetzt waren. Bei der folgenden Untersuchung weiterer Fehlbildungsarten waren die angeborene Hüftgelenksluxationen und tracheoösophageale Fisteln bei den Kindern erhöht, deren Eltern in der Anlage von Hanford beschäftigt waren .Eine internationale Diskussion über potentielle biologische Wirkungen niedriger Strahlendosen lösten Fall-Kontrollstudien in der Umgebung der britischen Atomanlage Sellafield (früher Windscale) aus. Als erste sei hier die Untersuchung von Gardner et al. aus dem Jahr 1990 genannt. Dabei wurde als Fragestellung sowohl die Nähe zur Atomanlage, als auch die Beschäftigung von Mutter / Vater in der Anlage untersucht. Es zeigte sich eine erhöhtes Risiko an Leukämie oder Non Hodgin Lymphom zu erkranken, wenn man als Kind dort in der Nähe geboren wurde und wenn der Vater vor oder bei der Konzeption dort gearbeitet hatte. In einer 1993 veröffentlichten Folgestudie konnten Kinlen et al. aufzeigen, dass das Risiko nicht nur bei den dort geborenen Kindern und Jugendlichen erhöht ist, sondern auch bei Kindern, die außerhalb geboren wurden und erst später dorthin gezogen waren .1980 sammelte ein Kasseler Kinderarzt Erkrankungsfälle bösartiger Erkrankungen aus seinem Krankengut. In das Blickfeld kam so die Umgebung des Siedewasserreaktors Würgassen (Betriebszeit 1971-96). Die dort erhobenen Fälle wurden mit den Informationen des Deutschen Kinderkrebsregisters verglichen. Dabei fand sich (bis auf einen Fall) eine völlige Übereinstimmung. Deshalb erfolgten weitere systematische Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen. Es zeigten sich statistisch signifikant erhöhte Erkrankungsraten im Abstand von 15 - 20 km um den Reaktor (nicht aber für den 0-10 km, bzw. 0-15 km Radius). Als mögliche Erklärung dafür wurden gasförmige Emissionen aus dem Schornstein des Reaktors diskutiert.1981 führte das Institut für Strahlenhygiene (ISH) im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen eine Studie zu Leukämien aller Altersgruppen um die Standorte von bayerischen Nuklearanlagen für den Zeitraum 1976-81 durch. Dabei wurden neben den 3 damaligen kommerziellen Leistungsreaktoren (Gundremmingen, Isar I, Niederaichbach) der Versuchsreaktor in Kahl und die zwei Forschungsreaktoren Neuherberg und Garching in die Untersuchung einbezogen.Hauptergebnis: Überwiegend keine statistisch signifikanten Auffälligkeiten, allerdings Auffälligkeiten bei den beiden Forschungsreaktoren, insbesondere bei Jungen unter 15 Jahren in der Umgebung von Neuherberg, wobei sich die Abstandsregionen von Garching und Neuherberg weit überlappen . 1992 veröffentlichte das Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation (IMSD) der Universität Mainz eine Untersuchung zur Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter (bis 14 Jahre) in der Umgebung westdeutscher kerntechnischer Anlagen im Untersuchungszeitraum 1980-1990 (KKW-1 Studie). Im Hauptergebnis der Studie waren alle malignen Erkrankungen bei Kindern in den 0-15 km-Regionen um alle Standorte unauffällig. Auffälligkeiten zeigten sich jedoch bei einer Subgruppe ausgewählter Diagnosen, den malignen Lymphomen, Leukämien, Neuroblastomen und Nephroblastomen. Am auffälligsten war, dass die als besonders Strahlen-induzierbar geltenden akuten Leukämien bei Kindern unter 5 Jahren, sowohl im 0-5 km-Umkreis als auch im 0-15 km-Umkreis um alle Standorte statistisch signifikant erhöht waren. Auch zeigten in dieser Untersuchung die ältesten Atomanlagen, die schon vor 1970 in Betrieb genommen worden waren, die auffälligsten Ergebnisse .1993 waren die Ergebnisse der o.g. Untersuchung um den Standort Würgassen11 Anregung für erweiterte Untersuchungen, durchgeführt an der Universitätsklinik Göttingen (Untersuchungszeitraum 1980-88). Dabei fielen erhöhte, aber statistisch nicht signifikante Erkrankungsraten bei Leukämien und malignen Tumoren auf.Fast zeitgleich mit dieser westdeutschen Göttinger Studie wurde 1993 in Ostdeutschland eine Untersuchung der Umgebung von DDR- Atomanlagen (Untersuchungszeitraum 1979-88) durchgeführt. Im Gegensatz zur BRD stand dort als Grundlage ein umfangreiches Krebsregisters zur Verfügung. Untersucht wurden die Standorte Greifswald, Rheinsberg und Rossendorf. Es zeigten sich erhöhte, allerdings statistisch nicht signifikante Erkrankungsraten bei allen Krebserkrankungen und Leukämien im Nahbereich um alle drei Standorte. Signifikant waren die Ergebnisse bei gemeinsamer Auswertung aller Standorte und Betrachtung von allen Krebserkrankungen im Umkreis von 0-10 km (19).Das Bremer Institut für Präventionsforschung, Sozialmedizin und Epidemiologie (BIPSE) untersuchte für den Zeitraum 1993-95 retrospektiv die Region Elbmarsch. Ursache dafür waren vermehrte Leukämieerkrankungen in der Umgebung des Siedewasserreaktors Krümmel (südöstlich von Hamburg). Zwischen 2/90 und 5/91 erkrankten dort fünf Kinder und ein Jugendlicher an akuter Leukämie. Von 5/91-10/01 traten fünf weitere Leukämieerkrankungen auf. Durch die Untersuchung wurde diese als statistisch hochsignifikante räumlich-zeitliche Häufung bestätigt. Zusätzlich zeigte sich auch eine Erhöhung bei der Erkrankungsrate der Erwachsenen. Die Ursachen dafür sind bis zum heutigen Tag noch nicht aufgeklärt .1997 wurde vom IMSD eine Nachfolgestudie (KKW-2 Studie) zur o.g. KKW-1 Studie von 1992 veröffentlicht. Untersucht wurden wiederum alle Standorte von kerntechnischen Anlagen in Westdeutschland (alle Kernkraftwerke, alle Forschungsreaktoren, alle Reaktoren, auch mit nur kurzer Laufzeit) mit einer Auswertung für den Zeitraum von 1980-1995. In ihrer Zusammenfassung schreiben die Autoren, dass die in der KKW-1 Studie auffälligen Beobachtungen in der KKW-2 Studie keine statistisch signifikanten Ergebnisse brachten. Dies gelte "insbesondere auch (...) für die viel diskutierte Beobachtung einer Häufung von Leukämieerkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren in der Nahumgebung von kerntechnischen Anlagen (<5 km)" . Eine 1999 durchgeführte Analyse der KKW-2- Studie, die sich mit dem selben Zahlenmaterial auf die Untersuchung der Standorte nur der Kernkraftwerke konzentriert, weist eine um 53% erhöhte Leukämierate von Kleinkindern im Nahbereich der Kernkraftwerke nach. Ähnliche Effekte zeigen sich bei einer Neuauswertung von Daten durch Körblein aus einer Studie von 1995 des Instituts für Strahlenhygiene (ISH), einer Unterabteilung des BfS. Darin wurde keine erhöhte Krebsrate bei Kindern um die 5 bayerischen Standorte von kerntechnischen Anlagen gefunden. Körbleins Reanalyse brachte eine signifikante 35%-ige Erhöhung der Kinderkrebsrate, wenn nur die drei Standorte von bayerischen Atomkraftwerken in die Untersuchung einbezogen werden, also der Forschungsreaktor Garching und der stillgelegte Versuchsreaktor Kahl ausgenommen werden. 17.09.2005 Schon durch eine nur geringe kumulative Strahlenexposition erhöht sich das Risiko, an einem Krebsleiden zu sterben, um zehn Prozent. Dies berichtet ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Elisabeth Cardis von der International Agency for Research on Cancer, Lyon, Frankreich, im "British Medical Journal". Um das Risiko zu bestimmen, initiierten die Autoren eine umfangreiche Studie mit mehr als 400.000 Arbeitern aus 15 Staaten. Die untersuchten Personen hatten mindestens ein Jahr lang größtenteils in Atomkraftwerken gearbeitet und wurden durchschnittlich 13 Jahre nach - beobachtet. Dies entsprach 5,2 Millionen Personenjahren. Für eine Strahlenexposition von 100 mSv bestimmten die Autoren ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtes Sterberisiko für Krebs (außer